Ukraine-Krieg Newsblog | Putin: 80.000 mobilisierte Soldaten in der Ukraine


Tag 257 seit Kriegsbeginn: Russland kann offenbar seine Flugzeug-Verluste nicht ausgleichen. In der Region Donezk sollen viele russische Soldaten fallen. Alle Infos im Newsblog.

Das Wichtigste im Überblick

Kiew erhält weitere westliche Flugabwehrsysteme

17.31 Uhr: Zum besseren Schutz gegen russische Raketen und Drohnen hat die Ukraine aus dem Westen weitere Flugabwehrsysteme erhalten. “Schaut, wer hier ist!”, schrieb Verteidigungsminister Olexij Resnikow am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter. Dazu waren Bilder zu sehen, die bodengestützte Luftverteidigungssysteme des Typs Nasams und Aspide aus US-amerikanischer und italienischer Produktion zeigen sollten. “Wir werden damit weiterhin gegnerische Ziele abschießen, die uns angreifen”, betonte Resnikow. Der Minister dankte Norwegen, Spanien und den USA für die Lieferung.

Ukrainischer Staat übernimmt fünf kriegswichtige Großunternehmen

17.11 Uhr: Zur weiteren Abwehr des russischen Angriffskriegs hat die Ukraine fünf wichtige Großunternehmen direkt dem Verteidigungsministerium unterstellt. Betroffen sind unter anderem der zuvor bereits teilstaatliche Erdölförderer Ukrnafta sowie der Erdölverarbeiter Ukrtatnafta, wie Regierungschef Denys Schmyhal am Montag in Kiew erklärte. Ebenfalls enteignet werden demnach der Transformatorenhersteller ZTR, der Lastkraftwagenproduzent Kraz und das Flugmotorenunternehmen Motor Sich.”Diese Unternehmen sind äußerst wichtig und stellen Produkte her, die kritisch wichtig für den Bedarf der Armee und des Energiesektors sind”, erklärte Schmyhal. Zukünftig sollen die Firmen nun rund um die Uhr für den Verteidigungsbedarf des Staates arbeiten. Grundlage der Enteignung ist das seit dem russischen Einmarsch Ende Februar geltende Kriegsrecht. Ob den ursprünglichen Anteilsbesitzern Entschädigungen gezahlt werden, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Präsidentenberater: Ukraine wird nur mit Putins Nachfolger verhandeln

16.56 Uhr: Die Ukraine ist nach den Worten von Präsidentenberater Mychajlo Podoljak zu Verhandlungen mit Russland bereit – aber nur mit dem künftigen Nachfolger von Präsident Wladimir Putin. “Die Ukraine hat sich nie geweigert, zu verhandeln”, schrieb er am Montag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. “Unsere Verhandlungsposition ist bekannt und offen.” Russland solle zunächst seine Truppen aus der Ukraine abziehen. “Ist Putin bereit? Offensichtlich nicht. Deshalb sind wir konstruktiv in unserer Einschätzung: Wir werden mit dem nächsten Staatschef sprechen.”Die Äußerungen von Podoljak folgten US-Medienberichten, wonach die Regierung von US-Präsident Joe Biden die ukrainische Führung privat ermutigt haben soll, ihre Bereitschaft zu Verhandlungen mit Moskau zu signalisieren. Der nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan soll zudem geheime Gespräche mit hochrangigen russischen Vertretern geführt haben – in der Hoffnung, das Risiko zu verringern, dass der Krieg in der Ukraine zu einem Atomkonflikt überschwappt oder eskaliert, wie das “Wall Street Journal” berichtete.

Putin: 80.000 mobilisierte Soldaten in der Ukraine

16.10 Uhr: Nach Angaben des russischen Präsidenten Wladimir Putin befinden sich 80.000
mobilisierte russische Bürger nun in der Ukraine. Das berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax. 50.000 davon seien bereits in Kampfeinheiten, 30.000 auf Übungsplätzen “in der Zone der speziellen Militäroperation”, wie Putin die umkämpften ukrainischen Gebiete nennt. Diese nähmen noch nicht an Kampfhandlungen teil. Der Rest der fast 320.000 Eingezogenen sei in Ausbildungslagern in Russland. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine: Russische Truppen plündern in Cherson

15.08 Uhr: Die Ukraine wirft russischen Truppen vor, verlassene Häuser in Cherson zu plündern, wo sich beide Seiten auf eine womöglich entscheidende Schlacht vorbereiten. Zudem würden Soldaten in Zivilkleidung Häuser besetzen, um ihre Stellungen für Straßenkämpfe zu verstärken, wie Regierung und Militär mitteilen. Während die Bewohner von Cherson gewaltsam aus ihren Häusern vertrieben würden und Russland von “Evakuierung” spreche, raubten die Offiziere des russischen Militärs und des Geheimdienstes FSB die Häuser aus, twittert der ukrainische Präsidentenberater Mychailo Podoljak. “Raub an denen, die sie ‘beschützen’ wollten – die beste Illustration der ‘russischen Welt’.”Auch würden russische Journalisten Videos vorbereiten, in denen die Ukraine beschuldigt werde, Zivilisten zu verletzen, erklärt das Militär. Cherson im Süden des Landes ist die einzige Regionalhauptstadt, die Russland seit Beginn der Invasion eingenommen hat.

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