“Denke, dass es russische Rakete war”

Newsblog zum Ukraine-Krieg Selenskyj: “Denke, dass es russische Rakete war”

Von t-online, afp, dpa, reutersAktualisiert am 16.11.2022 – 20:54 UhrLesedauer: 32 Min.Nahe der ukrainischen Grenze: Videos sollen den Raketeneinschlag in Polen zeigen. (Quelle: t-online)Tag 266 seit Kriegsbeginn: In Polen ist eine Rakete eingeschlagen, zwei Menschen sind tot. Der Nato-Generalsekretär trifft sich zu einer Sondersitzung. Alle Infos im Newsblog.

Das Wichtigste im Überblick

Loading…Embed

US-Verteidigungsminister: Verantwortung für Raketeneinschlag liegt bei Russland

20.53 Uhr: Die US-Regierung sieht die Verantwortung für den tödlichen Raketeneinschlag in Polen letztlich bei Russland – auch falls sich bestätigen sollte, dass die Explosion durch eine ukrainische Luftabwehrrakete verursacht wurde. “Die Welt weiß, dass Russland die letzte Verantwortung für diesen Vorfall trägt”, sagte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Mittwoch vor Journalisten in Washington. “Die Ukraine hatte – und hat – jedes Recht, sich zu verteidigen”, betonte eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats. Russland sei verantwortlich, weil es massenhaft Raketen insbesondere auf die zivile Infrastruktur der Ukraine abgeschossen habe.

Tschechien will bis zu 4.000 Soldaten aus Ukraine ausbilden

20.27 Uhr: Tschechien hat ein Ausbildungsprogramm für bis zu 4.000 Angehörige der ukrainischen Streitkräfte beschlossen. Das Kabinett des liberalkonservativen Ministerpräsidenten Petr Fiala gab dafür am Mittwoch grünes Licht. Vorgesehen sind demnach fünf jeweils vierwöchige Ausbildungszyklen auf dem Gebiet des EU- und Nato-Mitgliedstaats, an denen jeweils bis zu 800 Soldaten aus der von Russland angegriffenen Ukraine teilnehmen können.Beide Parlamentskammern müssen dem noch zustimmen, was aber aufgrund der Mehrheitsverhältnisse als sicher gilt. Das Programm soll noch in diesem Jahr starten. Die Gesamtkosten werden auf umgerechnet 40 Millionen Euro geschätzt. Das Training richtet sich an Angehörige der Panzertruppen, Sanitätspersonal, ABC-Abwehrtruppen und Pioniere.Die Grundlage dafür ist ein Abkommen zwischen Prag und Kiew. Langfristig ist geplant, dass das Projekt in der bereits beschlossenen EU-Ausbildungsmission für ukrainische Soldaten aufgeht. Für diese will Tschechien zusätzlich bis zu 55 Ausbilder bereitstellen. In diesem Jahr hat das Land nach eigenen Angaben bereits Rüstungsgüter im Wert von mehr als 1,9 Milliarden Euro in die Ukraine exportiert.

US-General: Schneller Sieg der Ukraine unwahrscheinlich

20.14 Uhr: Der ranghöchste US-General, Mark Milley, warnt vor überzogenen Hoffnungen auf einen kurzfristigen militärischen Sieg der Ukraine. Russland verfüge trotz der Rückschläge noch über eine bedeutende Kampfkraft in der Ukraine, sagt der Vorsitzende der Joint Chiefs of Staff auf einer Pressekonferenz. “Die Wahrscheinlichkeit eines ukrainischen militärischen Sieges – definiert als der Rauswurf der Russen aus der gesamten Ukraine, einschließlich der von ihnen beanspruchten Krim – ist militärisch gesehen nicht sehr hoch.” Es könne aber eine politische Lösung geben. “Das ist möglich”, sagte Milley. Russland liege “im Moment auf dem Rücken”.

CIA-Chef war während Raketenangriff in Kiew

19.22 Uhr: Der Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, William Burns, hat sich während der jüngsten russischen Raketenangriffe auf die Ukraine in Kiew aufgehalten. Dort habe er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen, berichtete die Zeitung “Washington Post” am Mittwoch. Während des Raketenbeschusses am Dienstag habe sich Burns in der US-Botschaft aufgehalten und sei nicht verletzt worden.Später bestätigte auch Selenskyj Burns’ Besuch in Kiew. “Gestern saß er im Bombenschutzkeller und danach saßen wir zusammen und redeten”, sagte der 44-Jährige in einem Fernsehinterview vor Journalisten.Burns hatte zuvor seinen russischen Amtskollegen Sergej Naryschkin in der Türkei getroffen. US-Medien zufolge hat Burns Russland vor dem Einsatz von Atomwaffen in der Ukraine gewarnt. Auch soll er Fälle von zu Unrecht in Russland inhaftierten US-Bürgern angesprochen haben. Die Ukraine sei im Voraus über diese Reise informiert worden.

Nach Raketeneinschlag: Selenskyj fordert Beweise

19.17 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angezweifelt, dass es sich bei dem Raketeneinschlag auf polnischem Staatsgebiet um ein ukrainisches Geschoss gehandelt haben soll. “Kann man Fakten oder irgendwelche Beweise von den Partnern erhalten?”, fragte der 44-Jährige am Mittwoch vor Journalisten in einem im Fernsehen ausgestrahlten Interview. Der Staatschef forderte den Einsatz einer gemeinsamen Untersuchungskommission und Zugang zu den vorhandenen Daten. Westliche Staaten gehen derzeit davon aus, dass eine Rakete der ukrainischen Luftabwehr hinter der Explosion steckte.

Leave a Comment